Antananarivo ("Stadt der Tausend")

Dienstag, 20, August - Donnerstag, 22. August 2024


Vor dem Start unserer Rundreise verbringen wir zwei Tage in der auf durchschnittlich 1'435 m ü M gelegenen Hauptstadt Antananarivo (wird von den Madagassen liebevoll kurz Tana genannt). Durch ihre Hügel wirkt die Stadt auf den ersten Blick etwas unübersichtlich, doch sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gut zu Fuss erreichbar. 

Das Herz von Tana ist der Stadtteil Analakely mit der Avenue de l'Indépendance. Diese von den Franzosen gebaute Prachtstraße führt vom Bahnhof aus in südöstlicher Richtung. Unser Hotel liegt auf einem Hügel oberhalb dieses Stadtteils und so können wir von der Terrasse oder dem Zimmer den  faszinierenden Ausblick auf diesen sehr lebhaften zentralen Stadtteil geniessen. 

Will man im kolonialen Ambiente ein feines Essen genießen, ist man im "Café de la Gare" genau richtig. Das Lokal befindet sich im 2009 kernsanierten Hauptbahnhof. Als kolonialzeitlicher Monumentalbau wurde er zwischen 1908 und 1910 gebaut und markiert den Beginn der Avenue de l'Indépendance, welche auf beiden Seiten von Arkaden gesäumt ist und seit 1936 unter Denkmalschutz steht. In der Mitte der Allee gibt es einen breiten Grünstreifen, der zur Kolonialzeit mit Blumenbeeten bestückt war. 

Der Anatiraova überragt als höchste Erhebung die anderen Hügel der Stadt. Der Königshügel - Dort oben liess 1610 der Merina-König Andrianjaka  seinen Palast, den Rova, errichten. Den Zugang zum königlichen Areal ermöglicht ein stattliches, 1855 errichtetes Eingangstor im Norden. Darauf sitzt ein königlicher Adler, der majestätisch seine Flügel ausbreitet ein Geschenk Napoleons III. Den Palast, an welchem schon etliche Erweiterungen und Renovationen stattgefunden haben und heute als ein beeindruckendes Museum besucht werden kann, bringt uns die leide Geschichte der Kolonialzeit einmal mehr ins Bewusstsein.   


Tana - Ivato - Antsirabe

Donnerstag, 22. August 2024 - 190 km / 7 Stunden


Mit dem Hoteltaxi geht es zur Übernahmestelle der Fahrzeuge in Ivato. Das Verkehrsaufkommen in Tana ist gewaltig, zum Teil ging's im Schritttempo Richtung Ziel. Spannende Fahrt und ein Vorgeschmack auf das was uns auf unserer Reise begleiten wird (Chaos pur).

 

Der Standort der Firma Roadtrip Africa ist etwas versteckt in Ivato und wir sind froh, dass der Taxidriver mehr oder weniger ortskundig ist. Peter van Burren, der Local Manager, empfängt uns freundlich, übergibt die Fahrzeuge ohne grosse Einführung zur Handhabung der 4x4. "Madagascar ist kein Problem für Selbstfahrer, es sind alle unsere Gäste wieder zurückgekommen! Wünsche euch einen guten Tripp!"

 

Und los geht's. Richtung Antsirabe. Es liegen 190 km, vor uns, gemäss Routenplan 5 Std. Fahrzeit. Bis wir nur schon aus Ivato heraus sind, dauert es länger als wir dachten. Ein Verkehrsunfall mit einem Lastwagen testet unsere Geduld aufs Volle. Wir stehen im Stau und es geht einfach nichts mehr.

TIS - This is Africa. 

Wir fahren auf der berühmten, asphaltierten (Schlaglöcher, ungefestigte Ränder, relativ schmal zum Kreuzen vor allem LKWs), kurvigen RN 7, vorbei an Reisfeldern und kleinen Hochlanddörfern.

Das von uns ausgesuchte Guesthouse Madalief liegt 7 km südlich von Antsirabe. Es ist schon am Eindunkeln als wir unser Ziel erreichen.

 

Daniel, der Zuständige für die Lodge, empfängt uns freundlich. Da wir keinen Einkaufsladen (nach unserem Geschmack) auf der Strecke gefunden haben, kommen wir ohne Nahrungsmittel im Gepäck an. Daniel ist etwas überfordert mit unserer Bewirtung, da wir unangemeldete Gäste sind. Er könne uns Spaghetti zubereiten, ansonsten sei kein Vorrat in der Küche. Daniel zaubert mit "nichts" feine Teigwaren auf unsere Teller. 


Antsirabe ("viel Salz")

Donnerstag, 22. August - Samstag, 24. August 2024


Ausflug an den westlich der Stadt gelegenen Kratersee Tritriva-See. Der reizvolle smaragdgrüne Kratersee liegt auf 1'880 müM umgeben von einem Nadelwald mitten in einem Vulkankegels.

 

Eine Legende des Sees handelt von einem König, der durch einen Traum rechtzeitig gewarnt wird und seinen auf dem Berg befindlichen Palast verlässt. Nach dem vorhergesagten gewaltigen Vulkanausbruch füllte sich der entstandene Krater mit Wasser, Dieses Wasser gilt als Geschenk des Gottes Zanahary und ist heilig, denn dieser hatte den König im Traum gewarnt. 

 

Ein Weg führt um den schönen See. Der Spaziergang dauert etwa eine Stunde. Wir sind nicht die einzigen Gäste. Es wimmelt nur so von Schülern und Begleitpersonen aus Tana. 

Sobald man die Hauptverkehrsachsen verlässt, wird es abenteuerlich. Die Strasse von Antsirabe zum Kratersee Andraikiba-See und dann weiter zum Tritriva-See ist ungeteert, staubig und voller Löcher. Die staubige Fahrt macht durstig und so gönnen wir uns im Hotel des Thermes (Antsirabe) im Gartenrestaurant eine "Zvieripause".

 

Der schmucke Bau von 1897 mit seiner grossen Gartenanlage versetzt uns in vergangene Zeiten. Das ganze Gebäude ist jedoch sehr heruntergekommen. Soll das Hotel eine Zukunft haben, ist eine Gesamtrenovation unumgänglich.. 

Ganz in der Nähe des Hotels schlendern Familien durch den Vergnügungspark, machen mit Pferdekutschen Rundfahrten und lassen sich auf dem von Manpower (kein Elektrischer Antrieb) angetriebenen Riesenrad hoch hinauf gondeln. 

In Antsirabe finden wir endlich einen Supermarkt und kaufen ein paar Lebensmittel als Notration ein. Vor allem aber Kaffee. Heidi hat einen Bialetti-Kaffeekrug mitgenommen. Kaffeepausen unterwegs!

Nach unserer Rückkehr ins Guesthouse versuchen wir unser Dachzelt einzurichten. Wir merken jedoch schnell, dass der Zustand der Zelte zu wünschen übrig lässt. Bei unserem ist die Treppe, besser gesagt die Leiter, für den Einstieg nicht stabil und bei Rolf's hapert es mit dem Reissverschluss der Deckplane. Beschluss unseres Gremiums: Wir lassen das Dachzeltabenteuer! Grund: Fehlende Infrastruktur für Camping, gute Angebote von lokalen Unterkünften.

 

Am Abend werden wir zusammen mit einer anderen Reisegruppe, von Daniel mit einem Dreigang-Menü verwöhnt. Was in Madagascar nicht fehlen darf, ist eine feine Suppe (meistens Gemüsesuppe) zur Vorspeise. 


Antsirabe - Ambositra - Parc National de Ranomafana

Samstag, 24. August - 227 km / 7 Stunden


Eigentlich wollen wir in Ambositra übernachten, doch die im Reiseführer angegebenen Hotels machen uns nicht an und so entscheiden wir uns weiter bis in den Nationalpark zu fahren. Eine kurvenreiche Strasse, die durch Hochlanddörfer, Reisfelder und regenwaldbedeckte Hügel führt. 

6 km südlich von Ambohimahasoa biegen wir links ab Richtung Ranomafana - "Short Cut" (weniger Kilometer). 25 km weiter südlich in Alakamisy wäre die RN 45 Hauptverbindung nach Ranomafana. Der "Short Cut" entpuppt sich als eine so schlechte Strasse, dass der 4x4 eingeschaltet werden muss. Dazu kommt Regnen. Auch das noch. Kurz vor Ranomafano wird es dunkel und die letzten Kilometer müssen wir auf dunkler unmarkierter Teerstrasse (wenigstens das) zurücklegen.

 

Zum Glück bekommen wir etwas ausserhalb von Ranomafana in der Setam Lodge ein Zimmer. Wau, war das ein Tag, voller Höhen und Tiefen!


Ranomafana ("warmes Wasser)

Samstag, 24. August - Montag, 26. August 2024


Die Nacht ist kalt und am Morgen liegen schwere Nebenschwaden über dem Tal. Die grandiose Aussicht ist sehr mystisch. Von Fernblick nicht die Rede wert. Wir ziehen uns warm an und fahren nach dem Frühstück zusammen mit dem Guide (vom Hotel organisiert) ans Eingangstor des Parks.

 

In Madagascar darf man National Parks nur mit einem Führer besuchen. Dadurch ergibt es für die einheimische Bevölkerung Arbeit und Einkommen. Im Parc National de Ranomafana fliessen 50% der Eintrittsgelder der Besucher in Projekte, die der dort lebenden Bevölkerung zugute kommen.

 

Entwicklungsorganisationen versuchen mit den Menschen in den umliegenden Dörfern zusammen-zuarbeiten und sie über den Grund der Schutzbemühungen aufzuklären. Wie sie vom Park profitieren können - etwas durch neue Arbeitsplätze im Tourismus oder auch den Verkauf von Nahrungsmitteln und Kunsthandwerk. 

Der Gründung des Nationalparks im Jahr 1991 ging eine kleine zoologische Sensation voraus. Zwei Forscher (eine Amerikanerin und ein Deutscher) entdeckten eine bis dato gänzlich unbekannte grössere Säugetierart - ein in den vergangenen Jahrzehnten nur noch höchst selten vorkommendes Ereignis - und dokumentierten erstmals die Begegnung mit einem Goldenen Bambuslemuren. Mit Unterstützung der amerikanischen Entwicklungshilfe wurde das Gebiet unter Schutz gestellt und der Ranomafana-Nationalpark gegründet. Der Park umfasst eine Fläche von 416 km2, er schützt den Bergregenwald der Ostküste bis hinauf auf eine Höhe von 1417 m. Insgesamt entspringen hier 29 Flüsse und die jährliche Regenmenge von 3000 mm ist beachtlich. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt gemässigte 18-20°C. 

Der Hauptwanderweg Varibolo Trail beginnt am Parkeingang und führt über die Brücke auf die andere Seite des Flusses Namorona. Dort gabelt sich der Weg mehrmals, sodass unser Führer uns ganz nach seinem Gusto durch den Park führen kann. Durch ihn sehen wir viele kleine und grössere Tiere. Das Wandern im Regenwald ist aufregend und ebenso beruhigend. Die grüne Farbe der Natur vermittelt eine Ruhe, die sich in uns widerspiegelt. 

Der Nationalpark beherbergt eine eindrucksvoll vielfältige Tierwelt.  43 Säugetier-, 115 Vogel-, 62 Reptilien-, 98 Amphibien-, 6 Fisch- und 115 Schmetterlingsarten. Hauptattraktion im Regenwald sind die 12 Lemurenarten. 


Ranomafana-Nationalpark - Ambalavao

Montag, 26. August 2024


Auf der geteerten gut erhaltenen RN45 fahren wir zurück auf die RN7. Der einheimische Wochenmarkt in einem Hochlanddorf  lässt unsere Herzen höher schlagen. Das geschäftige Treiben versetzt uns in einen anderen Film. Auf dem Markt fühlen wir uns wie in Südamerika. Die bunten warmen Kleider, getragen zusammen mit Hüten, so haben wir das südliche Afrika noch nie erlebt. 

In Fianarantsoa  besuchen wie die Galerie Zomatel von  Pierrot Men. Ein berühmter Fotograf aus Madagaskar, der auch über die Grenzen Madagaskars hinaus ein gefragter Künstler ist. Seine Bilder zeigen die raue, exotische Schönheit der Insel und die Ursprünglichkeit seiner Einwohner. Schon bei der Ankunft im Flughafen in Tana heissen uns seine schwarz-weiss-Fotografien willkommen in einer anderen Welt. (Fotos auf www.pierrotmen.com).

 

48 km südlich von Fianarantsoa erreichen wir die Kleinstadt Ambalovao. Sie ist die letzte typische Stadt des Hochlandes auf unserem Weg nach Süden. Der Ort ist für seine Papierherstellung bekannt, bei der das Papier nach Traditionen der Antaimoro gefertigt wird. Diese kleine ethnische Gruppe, die an der mittleren Ostküste lebte, lernte als erstes Volk Madagascar von arabischen Einwandern lesen und schreiben und in diesem Zusammenhang auch die Herstellung von Papier.  Die Werkstatt kann besichtigt werden. 

Das Papier wird traditionell aus der glatten Rinde des Maulbeerbaumes hergestellt. Die Rinde wird in Wasser weich gekocht und danach mit einem Holzhammer zu einem Brei geklopft. Nachdem in einem Wasserbecken einen mit Leinen bespannten Holzrahmen eingelassen ist, wird eine bestimmte Menge des Rindenbreis über dem Holzrahmen aufgelöst und schliesslich das Wasser des Beckens abgelassen. Die Rindenmasse setzt sich nun gleichmässig auf dem Leinentuch ab. Der Rahmen kann entnommen und in der Sonne zum Trocknen aufgestellt werden. Sobald das Papier trocken ist, lässt es sich leicht vom Tuch ablösen. Danach wird es verarbeitet zu Briefpapier, Umschlägen, Grusskarten, welche kunstvoll mit Blüten-oder Bananenblättern (aus dem eigenen Garten) gestaltet werden. 

Direkt auf dem Gelände der Papierwerkstatt übernachten wir im Hostal Bougainvilleées. Gutes europäisches und madagassisches Essen kann im hauseigenen Restaurant konsumiert werden.


Ambalovao - Andringitra-Nationalpark

Dienstag, 27. August 2024


Zu Fuss gehen wir in die Stadt. In einer Bank wechseln wir Geld. Alles mit der Ruhe, da geht nichts ohne viel Formulare ausfüllen und Dokumente kopieren. In den Gassen von Ambalovao ist ein reges Treiben. Die Leute gehen einfach ihrem Alltag nach, wird werden von der Bevölkerung kaum wahrgenommen. Schönes Gefühl!

 

Was ist ein Stadtbummel ohne Marktbesuch? Der in offenem Gelände angelegte Markt bietet Gemüse (Gurken, Kabis, Zwiebeln, Tomaten, Karotten), Früchte (Papaya, Ananas) und was für Madagaskar sehr typisch ist - Knoblauch. Habe noch nirgends auf der Welt so ein grosses Angebot an Knoblauch gesehen wie hier auf dieser Insel. 

Ca. 60 km auf der RN7 und dann links weg Richtung Andringitra Nationalpark. Die Fahrt ist sehr spannend. Kein Vergleich zu den ersten Tagen unserer Reise. Das Hochlandplateau wirkt menschenleer (und doch sieht man immer wieder Menschen, die irgendwohin wandern...für uns ein Rätsel wohin ihr Weg geht) und die unendlichen Graslandschaften mit grossen Sandsteinmassiven und der ferne Horizont bringen uns ins Staunen. 

In Tsaranoro, an der Piste zum Park im Nordwesten (Nähe Sahanambo Valley) werden wir von der halben Dorfgemeinschaft empfangen. Unser Ziel das Catta Camp liegt nur ein paar hundert Meter entfernt. Und so ist für die Guides des Dörfchens klar, dass sie auch mit uns einen Kunden angeln können. Wir machen für den nächsten Morgen vor dem Frühstück eine "Guide-Buchung".

Früh am Morgen, mit dem Sonnenaufgang holt uns Armand zusammen mit Lily im Hotel an. Wir begeben uns auf den Weg zum natürlichen Schwimmbecken. Das Frühaufstehen hat sich gelohnt. Die Temperatur ist noch angenehm. In den Bäumen zwitschern Vögel (in diesem Parkt hat es über 100 Vogelarten) und die Flora ist eindrucksvoll (rund 1000 Pflanzenarten die hier vorkommen sind endemisch). 

Im Park leben 54 Säugetierarten, deren bekannteste Vertreter der Katta ist, gleichzeitig auch Wahrzeichen der madagassischen Nationalparks.

Die grandiose Berglandschaft, aus der riesige Granitfelsen zu wachsen scheinen, wirkt bei Sonnenaufgang fast kitschig. 


Andringitra - Ranohira ("Wasser der singenden Lemuren")

Donnerstag, 29. August 2024 


Auf unserem Weg liegt Ihosy auf 700 müM am Fuss des Horombe-Plateau. Ihosy ist die Hauptstadt der Bara, ein Hirtenvolk, das halbnomadisch in den Weiten des zentralen Südwestens (zwischen Andringitra NP - Isalo-Gebirge und Betroka) lebt. In früheren Zeiten besassen die Bars den Ruf, ein ziemlich wildes Völkchen zu sein, bei denen die Männer nur etwas galten, wenn sie gute räuberische Fähigkeiten z.B. als Rinderdieb bewiesen. So entwickelte sich der Rinderdiebstahl zu einer Art Volkssport. Und auch heute noch gelten die Bars bei den übrigen Madagassen als "recht wilde Gesellen". 

 

Nach dem Verlassen von Ihosy führt die RN7 hinauf auf das Plateau von Horombe. Oben angekommen befindet sich ca. 11 km hinter Ihosy die Abzweigung der RN13 nach Tolagnaro (Fort Dauphin). Wir fahren jedoch weiter auf der RN7 über die Ebenen von Hormone. Bis zum Horizont erstrecken sich die Graslandschaften, Weidegebiet für die Bara mit ihren grossen Zebuherden. Nach ca. 1.5 Std. Fahrt errieichen wir den kleinen Ort Ranohira  zu Füssen des weithin sichtbaren Isalo-Gebirges. 

Einmal auf ganz luxuriöse Art übernachten und das in einem grossen stilvoll eingerichteten Safari-Zelt. Im Restaurant werden wir vom Feinsten verwöhnt. Da wir alle einen Tag zuvor viel zu viel Knoblauch gegessen hatten, bestellen wir das Nachtessen mit "no garlic". Der Kellner schaut uns erstaunt an, versteht nicht, dass man Essen ohne Knoblauch bestellen kann. Doch unser Wunsch wird von der Küche erfüllt. Von da an begegnet uns der Kellner immer mit einem Smile im Gesicht und einem "no garlic" auf den Lippen. 

Am Morgen fahren wir zurück nach Ranohira, wo im Zentrum das Büro des Isalo-Nationalparks  liegt. An einer Wandtafel sind alle Guides aufgelistet mit Name und welche Sprachkenntnisse sie beherrschen (?). Wir buchen Peter, einen englisch sprechenden Guide. Mit ihm fahren wir in den Isalo-NP.

 

Wir entscheiden uns für den Malaso Trail. Eine Panoramafahrt mit dem Auto. Die zum Teil sandige Piste erstreckt sich über 42 km. Wir steigen immer wieder aus, gehen zu Fuss und Peter zeigt uns verschiedene endemische Pflanzen, welche Wasser speichern und so auch lange Trockenperioden überstehen können. Die bizarren Sandsteinformationen bringen uns immer wieder zum Staunen. 

Das Fenster von Isalo steht am Rand des Gebirges. Es ist ein aufrechter flacher Fels, in dessen Mitte sich ein etwa dreieckiges Loch befindet. Der Ort ist beliebt, um von dort aus den Sonnenuntergang zu erleben. Für kurze Zeit ist der sinkende Feuerball durch die Felsöffnung hindurch zu sehen.


Isalo NP - Ilakaka (Saphirstadt) - Toliara

Samstag, 31, August 2024 - 237 km / 6 Std.


Nach dem Verlassen des Isalo-Gebirges breitet sich bis zum Horizont eine weite Grassavanne aus. Hier ist die endemische Satrana-Palme heimisch, die sehr widerstandsfähig gegen Busch-brände ist. Entlang der wenigen Bachläufe, die das Gebiet durchziehen, stehen ganz verschiedene Arten Palmen. Das Gebiet macht einen verlassenen Eindruck, bis nach einigen Kilometern der Ort Ilakaka auftaucht.

 

Der Ort hat in den letzten Jahrzehnten als "Saphirgräberstadt" Geschichte geschrieben. Noch Anfang der 1990er-Jahre bestand die 1930 gegründete Siedlung nur aus einer handvoll Häusern, die idyllisch am Bach Ilakaka lagen. Der zufällige Fund von Saphiren Anfang der 1990er-Jahre verbreitete sich wie ein Lauffeuer und der Ort wuchs in rasantem Tempo von weinigen Dutzend Einwohnern auf heute über 20'000. Auf dem Höhepunkt des Saphirfiebers 2001 lebten sogar bis zu 120'000 Menschen im Ort und seiner Umgebung. Alle kamen um ihr Glück bei der Suche nach Edelsteinen zu machen. 

 

Die Qualität der hier gefundenen Saphire ist ausserordentlich hoch. Aufkäufer aus Deutschland und Asien (vor allem Sri Lanka) geben sich ein Stelldichein. Mittlerweile beginnt der Boom zu bröckeln. Für die Suche muss immer tiefer gegraben werden und die Arbeit lohnt sich nicht mehr. Es gibt berechtigte Sorgen, dass das Saphirfieber die Menschen auch in den nahegelegenen NP treibt, da auch dort noch Edelsteinvorkommen vermutet werden.

 

Am Ortsausgang besuchen wir einen Showroom, in welchem fertige Schmuckstücke und das traditionelle Handwerk des Goldschmiedes den Touristen vorgeführt wird. Wir staunen nicht schlecht als uns erzählt wird, dass der Showroom von einem Schweizer aufgebaut und gesponsert wurde. Jetzt wird uns auch klar, warum ein Schweizerkreuz den Toreingang markiert. 

 

Wir passieren am Rand den Zombitse-Vohibasia NP. Er schützt die letzten Reste des Trockenwaldes im Südwesten und dient als Refugium für seltene Vögel. Sobald der Trockenwald von Zombies endet, tauchen die ersten Baobas auf, die eigentümlichen Affenbrotbäume.

 

Wir verlassen das Gebiet der Bara, die nun vorherrschende ethnische Gruppe sind die Sakalava. Sie sind ebenfalls Rinderzüchter und bauen während der kurzen Regenzeit Mais, Hirse und Hülsenfrüchte an. Die Sakalava bestatten ihre Toten in überdimensionierten Einzelgräbern. Links und rechts der RN7 stehen sie in kleinen Gruppen zusammen. Auf den Gräbern befinden sich Malereien, die Auskunft geben über das Leben und die Vorlieben des dort Bestatteten. Von den Anwohnern ist es nicht erwünscht, dass Touristen die Grabstätten betreten oder fotografiert werden. 

Wir kommen am Ende der RN7 in Toliara an. Schon einige Kilometer vor der Stadt wird der Verkehr immer dichter. Jürg und Rolf müssen voller Konzentration mit der afrikanischen Fahrkultur mithalten. Auch für die Beifahrerinnen nicht immer einfach! Emotionale Momente und dann noch eine Polizeikontrolle. Ohhh nein.....! Fahrausweis, Wagen- und Versicherungspapiere kontrollieren. Als der Polizist bemerkt, dass unsere Französisch Kenntnisse  sehr elementar sind und er das selbe Problem mit den Englischen hat, lässt er uns einfach weiterfahren. 

 

Nach einer kurzen Irrfahrt in Toliara, verlassen wir die Stadt über eine Brücke und fahren auf der gut ausgebauten RN9 zu dem 22 km entfernten nördlichen Küstenort Ifaty. Dort beziehen wir im Hotel La Bella Donna einen Bungalow direkt am Swimming-Pool. Sehr idyllisch. Doch oh Schreck, es ist Samstagabend und da wird die Disco in Betrieb genommen.  Unmöglich den Schlaf zu finden bei dieser lauten monotonen Musik. Vor Jahren wären wir aufgestanden und hätten uns einfach unter die Dorfbevölkerung gemischt, aber man wird älter und .........


Ifaty

Samstag, 31. August - Montag, 2. September 2024


Am Sonntag sollst du ruhn! Ein kleiner Spaziergang ins Dorf mit einem Frühschoppen in einem Strassenbeizli, ansonsten geniessen wir den Strand direkt vor dem Hotel. 

Am Montag planen wir einen Ausflug in die "Village des Tortues" (Schildkrötendorf). Zuerst versuchen wir es zu Fuss. Kleine Strassen führen uns quer durch das Dörfchen direkt auf das Schildkrötendorf zu, doch wir finden den Eingang des eingezäunten Geländes nicht. Die Dorfgevölkerung ist nicht gerade hilfsbereit uns den richtigen Weg zu zeigen. So wandern wir in der grössten Hitze wieder zurück ins Hotel und buchen kurzhand zwei Zebu-Wagen. 

 

Das Village des Tortes ist ein Projekt in Zusammenarbeit mit WWF und Parc National de Madagascar. Seit 2005 werden in dem "Schildkrötendorf" die vom Aussterben bedrohten Strahlen- und Spinnenschildkröten gehalten und gezüchtet. Ein englischsprechender Führer (wir verstehen ihn kaum da sein Englisch nicht besonders gut ist) zeigt uns die Anlage, gibt uns Auskunft über die Arten und ihre Lebensweise und wie das Zentrum organisiert ist. 


Ifatiy - Salary-Bucht

Dienstag, 3, September 2024 - 96 km - 6 Std.


Früh am Morgen treffen wir unseren "Pisteur" Felix. Er wird uns in den nächsten Tagen sicher zu unserem Ziel Morondava navigieren. Auf der gut ausgebauten RN 9 fahren wir nordwärts und kurz nach Andrevo verlassen wir die Teerstrasse und folgen einer Piste in Richtung Westen, der Küste entlang bis in die Salary Bucht.  


Salary-Bucht - Andavadoaka Manga Lodge

Mittwoch, 4. September 2024 - 60 km  - 3 Std.


Heute gibt es einen gemütlichen Tag. Unser Ziel liegt nur 60 km entfernt. Andavadoaka ist ein kleines abgelegenes Fischerdorf in Vezo. Die Fahrt ist recht intensiv. Keine Dörfer, kein Vieh und keine Menschen mehr, sondern tiefe Sandwege und endlose Alleen von Büschen. Gegen Mittag kommen wir in Andavadoaka an und beziehen ein Bungalow in der Manga Lodge. Die Lodge liegt in einer Lagune. Wird von einem Franzosen geführt. Der Küchenchef ebenfalls Franzose sorgt seit Jahren (länger als der Chef, wurde bei der Neubesetzung übernommen) an diesem wunderschönen Plätzchen für kulinarische Highlights. Dass wir in Madagaskar einmal so verwöhnt werden, übersteigt sämtliche Erwartungen. Malzeiten vom Feinsten. Ein traumhaftes Plätzchen zum verweilen. Wir entscheiden uns zwei Nächte zu bleiben. 


Andavadoaka - Manja

Freitag, 6. September 2024 - 208 km - 6 Std. 


Etwas nördlich von Andavadoaka besuchen wir einen faszinierenden Baobab-Wald. Die imposanten Affenbrotbäume mit wuchtigen, flaschenförmigen Stämmen und bizarr verwinkelten Kronen bieten für unsere Augen und Fotoapparte unglaubliche Motive.  

Dann geht es ca. 2 Stunden auf einer einigermassen guten 4x4 Strecke in das kleine Dorf Morombe. Die Strasse RN9 zwischen Morombe und Bevoay ist in einem schlechten Zustand. Um die lokale Fähre zu erwischen, welche uns über den Mangoky-Fluss bringt,  müssen wir Treibsand überqueren.

Abenteuer pur, nur schon die Anfahrt und dann die Fahrt. Wir haben schon viele Fähren in Afrika bestiegen, doch dies ist der absolute Hammer. 

Gegen den Abend kommen wir in Manja an und haben Glück im einzigen Hotel in der Stadt noch zwei Zimmer zu bekommen. Seeeeehr einfaches, afrikanisches Hotel Mitten in der Stadt. Strassen-geräuschkulisse im Preis inbegriffen. Nicht etwa Strassenlärm von Autos, nein Disco Musik und laute Stimmen. In Manja beginnt das Wochenende wohl schon am Freitag! Was solll's, eine Nacht überstehen wir. Es wird uns bewusst, wie wir bis anhin bezüglich Übernachtungen verwöhnt sind.


Manja - Belo sur Mer

Samstag, 7. September 2024 - 109 km - 6 Std. 


Der Besuch von Belo sur Mer ist nur erlaubt, wenn du mit einem Pistenführen reist. Wir überqueren eine Salzebene und Felix navigiert uns sehr kompetent über die weisse Landschaft. Die Oberfläche der Salzebene ist ausgetrocknet, aber darunter ist sie wie Treibsand, so dass man schnell stecken bleibt, wenn man nicht weiss, welcher Spur man folgen soll. 

Wochenende, Disco Time! Auch diese Nacht war voller Aktion. Unser Bungalow in zweiter Reihe (erste Reihe ist von italienischer Reisegruppe belegt) mit Veranda können wir gar nicht so richtig geniessen. Schon am Nachmittag beginnt ganz in der Nähe ein Fest mit lauter Musik. Unsere Hoffnung, dass ein Fest, welches schon am Nachmittag beginnt, am Abend fertig ist, wird zerschlagen. Zweite Nacht, afrikanische, monotone, laute Musik! Trommelwirbel wie früher, sehnen wir uns herbei. Doch all diese elektronische, bassbetonte, mit schlechten Lautsprechern gespielte Musik, geht uns echt auf die Nerven. TIA - This is Africa!!!


Belo sur Mer - Morondava

Sonntag, 8, September 2024 - 70 km - 4 Std.


Wir fahren durch den Kirindy Mite National Parc. Auf hauptsächlich sandigen Pisten mit ein paar Büschen und einigen Flüssen legen wir die Strecke nach Morondava zurück. Nein, ganz so zügig geht nicht alles von Statten. Unser Fahrzeug leidet seit dem Reisestart unter einem ächzendem Geräusch. Ja und heute, zeigt sich die Ursache des Geräusches auf unangenehme Weise. Radlagerbruch! Wir lassen unser Fahrzeug im Busch stehen und fahren mit Rolf und Heidi in einer ereignissvollen Fahrt nach Morondava. Ein Mechaniker wird vor Ort die Reparatur ausführen und uns danach das Fahrzeug nach Morondava bringen. Felix ist uns eine enorme Hilfe. 


Morondava

Sonntag, 9. September 2024 - Mittwoch, 12. September 2024


Monrondava ist die drittgrösste Hafenstadt an der Westküste. Mittlerweile hat der Hafen seine Bedeutung  etwas verloren. Die Stadt mit ihren. ca. 40'000 Einwohnern entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem landwirtschaftlichen und touristischen Zentrum. Den Tourismus verdanken sie dem Umstand, dass eines der bekanntesten Wahrzeichen Madagaskars vor ihren Toren liegt: die berühmte Baobab-Allee. 

Rikschas (Pousse-Pousse) -Fahrt durch die Stadt zum ......

Mit einer Rikschas lassen wir uns durch die ganze Stadt chauffieren und besuchen etwas ausserhalb des Zentrums das CEM-Center. 

 

Das Eco-Touristique du Menabe Centre ist eine Plattform, die lokale Handwerker zusammenbringt, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln, indem sie mit ihren Talenten in einer sicheren und stabilen Umgebung leben. Die produzierten einzigartigen Artikel werden an Hotels und Tourismusorganisationen (Souvenirshops etc.) geliefert.


Morondava - Miandrivazo

Mittwoch, 12. September 2024 - 268 km - 4 Std.


Unser Fahrzeug kommt repariert aus dem Busch zurück. Leider müssen wir uns von Felix verabschieden. Er hat uns seit Tulear begleitet. Seine freundlichen und stets hilfsbereiten Art werden wir in bester Erinnerung behalten. 

 

Heute fahren wir auf der asphaltierten RN35 und RN24 Richtung Osten. Nur selten kommen uns andere Fahrzeuge entgegen. Hauptverkehrsmittel sind Zebu-Karren, mit ihren grossen Holzrädern.

Im Hotel Prinzessin Tsiribihina lassen wir den Tag am Swimming Pool mit eindrücklichem Sonnenuntergang ausklingen. 


Miandrivazo - Antsirabe

Donnerstag, 13. September 2024 - 220 km - 5 Std.


Unsere Fahrt führt uns wieder weg von der Küste, zurück ins Hochland, in eine sehr fruchtbare Gegend (Gemüse-, Reisanbau). Damit Daniel für uns ein Nachtessen vorbereiten kann, melden wir uns in der Recidenz Madalief telefonisch an. Unsere Rundreise ist beendet. Der Kreis schliesst sich. 


Antsirabe - Ivato (Tana)

Freitag, 14. September 2024 


Letzte Fahrt mit unserem Nissan. Der krönende Abschluss ist, dass wir uns in Tana verfahren und durch eine Umleitung wegen eines Brandes, mitten in einem Markt landen. Dank GPS finden wir wieder auf die Strasse Richtung Ivato. Auch Rolf und Heidi fahren kreuz und quer durch Tana, aber zu guter Letzt, treffen wir uns wieder an einer Tankstelle. Gerade vor dem Eindunkeln erreichen wir die Basis. Ohne grosse Kontrolle übergeben wir Peter die Fahrzeuge, werden von einem Driver ins nahegelegene Hotel Chat o' Parc  gebracht und müssen feststellen, dass unsere Reservation nicht eingetragen ist. Zum Glück sind noch zwei Zimmer frei. Und wir können den recht turbulenten Tag abschliessen.


Tana - Zürich

Sonntag, 16. September 2024 - Montag, 17, September 2024



Madagaskar